Einmal Tank leer bitte…

Posted by – 15. Juli 2017

Da ich für Donnerstag die 1Mm-Inspektion gebucht habe, müssen dieses Wochenende noch ein paar Kilometer auf die Duke gefahren werden, was zu einer Premiere führte: Gestern war ich auf der ersten Promotionsfeier, auf der ich bis auf ein Glas Sekt komplett nüchtern blieb. War überraschenderweise trotzdem lustig, und das Argument „Ich muss morgen Motorrad fahren, und wenn ich mich volllaufen lasse, bin ich zu krank dazu“ wurde von allen akzeptiert. Die werden wohl alt. 😉

Wo fährt man also hin? So ganz ohne Navi? Es gäbe da die alte Standardrunde: Sudelfeld, Namlostal, Hahntennjoch. Oder man wartet bis mittags, bis Elric seine Kupplung repariert hat und geht ihm und seinem Navi hinterher auf eine abgekürzte Version, ohne Namlostal und Hahntennjoch. War auch besser so, denn sträflicherweise hatte ich den Fleecepulli daheimgelassen und war nur mit der neuen Coolmax-Unterwäsche und einem T-Shirt unterwegs. Und einer Sommerhose mit Netzstoff an der Vorderseite, da die Mohawk-Hose beim Versuch, sie über die neuen1 Daytona Lady Star zu bekommen, sich des rechten Hosenbeinreisverschlusses entledigt hatte.2 Das wurde dann bei bewölktem Himmel und teilweise 15°C doch recht frisch, wenigstens hatte ich die Mohawk Jacke, statt der Sommerjacke mit 50% Netz, und nachdem ich bei der Pause alle Lüftungsschlitze zu gemacht hatte, fror ich auch nur noch halb so stark.

Ich habe es einigermaßen langsam angehen lassen, die Duke und ich lernen uns ja gerade  erst kennen, und man legt nicht gleich beim ersten oder zweiten Date die Plüschhandschellen auf den Tisch. Also blieb das Vorderrad unten, das Hinterrad längs und die Drehzahl brav, wie es im Handbuch steht,3 unter 6000 rpm. Um den Drehzahlmesser abzulesen muss ich den Kopf deutlich senken, in Normalposition sehe ich genau nichts von der Duke, nicht mal die Spiegel, das ist schon irgendwie seltsam. Intuitives Schalten ist auch noch nicht, ich muss mich erst noch an das neue Drehzahlband gewöhnen. Und an das neue Beschleunigungsvermögen: Auch wenn ich im Kopf genau weiß, dass das Leistungsgewicht jetzt deutlich besser ist, kalkuliere ich Überholvorgänge noch wie mit der KLE, aber ich hoffe doch, dass sich das bald gibt. Alles andere: einfach nur wow. Ich fühle mich sicherer in Kurven, im Langsamfahren, beim Wenden, und gegen Ende der Tour sind sogar Kehren einigermaßen angenehm. Es kommt mir irgendwie auch vor, als wäre ich in den Kurven flotter unterwegs, vor allem das eine mal, als Elric noch durch die Baustellenampel saust und ich ihn in der nächsten Grünphase einzuholen versuche. Ein Vorausfahrer erspart einem zwar die Navigationsarbeit, versaut mir aber irgendwie die Blickführung, daran muss ich noch arbeiten. Oder das Navi montieren.

Beim Wiederauffüllen kurz vor daheim bestätigt Elric meinen Eindruck mit dem flotter unterwegs, danach trennen sich unsere Wege wieder. Knapp 200 km, knapp zehn Liter Sprit. Das ist mal ein hervorragendes Sprit/Spaß-Verhältnis. Morgen geht es Richtung Landshut, einen ehemaligen Kollegen besuchen. Ohne Navi, also sind Umwege und damit einiges an Strecke so gut wie sicher.

Als ich nach dem Abstellen in der Tiefgarage Richtung Haustür laufe meine ich, ein leises Kichern von der Duke zu hören. „Plüsch-Handschellen? Das ist doch für Anfänger, warte was Du mit mir noch alles anstellen kannst.“ Ich glaube, ich mag mein neues Motorrad. 😀

  1. Und total günstig geschossenen, da ich ein zu meinen krummen Füßen passendes Unpaar, links 38, rechts 39, ergattern konnte []
  2. Juhuu, ich kann wieder einkaufen gehen. []
  3. Als Ingenieurin bin ich ein großer Fan von RTFM []

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