I’ve been to the desert on a bike with no name

Posted by – 17. Juni 2011

I've been to the desert on a bike with no name

Zur verabredeten Zeit treffe ich mich den Clearwateranern zum Frühstück. Es gibt Kartoffeln, Ei, Bacon und – ganz wichtig: Tee mit Milch. Es wäre noch genug für vier Tage da, aber, wie ich, fahren sie heute wieder. Sie zurück nach Clearwater, ich habe beschlossen nach Osoyoos zu fahren. Da soll nämlich Wüste sein. Und Wüste hört sich nach trocken an. Und das hört sich für mich nach den letzten Tagen doch sehr verlockend an. Nachdem auch noch der letzte Rest der Wassermelone von gestern verputzt ist, packen sie zusammen, ich kriege noch den Rest Milch1 und nach ein paar Abschiedsfotos macht die Truppe in einem putzigen Mitsubishi-Bus auf den Weg. Ich packe auch und fahre los. Mir wurde gesagt, ich solle auf gar keinen Fall die Twisties zwischen Kaslo und New Denver verpassen, also sind die heute auf meinem Plan.

Leider regnet es schon wieder, ich sehe den Spaß auf der kurvigen Strecke schon verschwinden. Dann komme ich nach Kaslo, biege Richtung New Denver ab und noch immer regnet es. Aber noch ist das ja kein Problem, sonderlich twisty finde ich es noch nicht, und man kann auch bei regennasser Straße wunderbar mit 90 durch die Kurven swingen. Lalala. Regen, weite Kurven, wo bleibt denn jetzt der tolle Teil? Oh super. Leihwohnmobile. Wie erwartet schnarchlangsam, und ich komme2 nicht vorbei. So. Ein. Mist. Das gute daran: ich habe Zeit zum Schauen. Und hinter einer Kurve sehe ich auf der gegenüberliegenden Seite eine Haltebucht. In der ein Bär steht, aber wie ein Schwarzbär sieht er nicht aus. ich glaub das ist.. Ein Grizzly! Wie geil! Aber fotografieren geht nicht, auf meiner Seite ist keine Haltebucht, so nah hinter der Kurve kann ich nicht anhalten und ich werde AUF GAR KEINEN FALL zur Haltebucht links fahren. Also beschränke ich mich darauf, mehrere Minuten lang „Ein Bär, ein Grizzly, wie geil!“ in meinen Helm zu quietschen. Der Regen ist vergessen, die ätzend langweiligen Wohnmobile nicht. Die habe ich ja ständig vor der Nase. Trotz mehrerer Möglichkeiten, mich mal vorbeizulassen. Sicher Touristen… Und da ist auch schon New Denver, und es geht weiter nach Süden. Irgendwo am Wegesrand stehen auch noch zwei Hirsche3, die schauen mich aber nur an, ohne Anzeichen sich Richtung Straße zu bewegen. Mittagessen gibt’s dann in Crescent Valley, bevor es dann auf der Strecke, auf der ich Mittwochs nach Nelson fuhr, wieder zurück geht. Ich könnte noch über irgendeinen Pass fahren, aber das reizt mich bei dem Wetter allmählich gar nicht mehr. Ein kleiner Zwischenstopp reizt mich dann deutlich mehr, nach zwischenzeitlich 280 km tut der Hintern weh, und etwas Bewegung kann genauso wenig schaden wie mal aufs Klo zu gehen. Außerdem regnet es seit kurzem nicht mehr, das muss ich ausnutzen. Wie auf allen Rastplätzen gibt es bärensichere Mülleimer, anders als die bisher ist dieser aber von einer Bande Streifenhörnchen bewohnt. Vier bis sieben der kleinen Kerlchen hüpfen auf den warmen Motor der GS, rennen in der Hoffnung auf Futter auf mich zu, wuseln herum und sind einfach unglaublich niedlich, wenn auch aufgrund ihrer Geschwindigkeit recht schwer zu fotografieren4.

Während ich die kleinen betrachte, kommt noch jemand auf den Rastplatz, und wir unterhalten uns ein wenig. Seinen Namen habe ich vergessen, aber er hatte einen VW-Bus und eine DR350 dabei. Irgendwann hat sich der Hintern erholt, der Gesprächsstoff erschöpft, und ich fahre weiter nach Osoyoos. Es wird warm, und ich sehe tatsächlich ZWEI Kehren. Wow ;).  Der Campingplatz auf Haynes Point5 ist wegen Überfüllung geschlossen, aber ich finde einen mit Wasserrutschenpark. Strom am Platz, heiße Duschen6 für 28$. Gekauft, nach 400 km hab ich keine Lust noch groß weiterzusuchen.

Viel los ist nicht auf dem Campingplatz, und die Wasserrutschen sehen auch verdächtig trocken aus. Die werden erst ab 30.6. wieder betrieben. Hmpf. naja, Einmal großzügig mit Off einsprühen, Zelt aufbauen, nach einem kurzen Blick auf unschöne Wolken im Westen7 das Zelt wettersicher machen, bevor ich mich mit dem Stadtplan an den Tisch setze und mir überlege, wo ich denn essen gehe. Als ich kurz später an der GS stehe, kommt ein Spaziergänger von etwas weiter hinten vorbei, und mit dem üblichen harmlosen „Hi there“ entwickelt sich ein Gespräch. nach einer Viertelstunde fragt Gary mich, ob ich Lust hätte, auf einen Tee zu ihm und seiner Frau in den Wohnwagen zu kommen. Tee ist für mich ja wie Süßigkeiten für Kinder, selbstverständlich komme ich mit. Garys Frau heißt Sharon, und ist genauso gesprächig wie ihr Mann. Nach dem Tee8 gibt es Kuchen, Käse, Chips und Törtchen. Lecker, aber irgendwann muss ich mich wehren, es wird mir zuviel. Die beiden sind schon in Rente9 und machen ständig irgendwo mit ihrem Tent Trailer10 irgendwo Urlaub. Nach vielen Urlaubs- und sonstigen Geschichten geht es dann um 11 zurück zum Zelt, und ich bekam das Versprechen, wnn die zwei schon wach sind bevor ich fahre, gibt es morgen früh wieder einen Tee11.

  1. für Tee, so muss ich nur noch irgendwo heißes Wasser dafür schnorren []
  2. obwohl es nicht kurviger wird als vorher []
  3. oder Karibus []
  4. Die vielen Fotos von leeren Stückchen Rastplatz und Steinen erspare ich euch hier []
  5. Einer in den See ragenden Landzunge []
  6. Wlan kostet extra, aber ich habe Empfang und somit Daten auf dem Handy []
  7. mennoooo, ich bin doch in der Wüste! []
  8. grüner Tee mit Zitrusfruchtarome, brrr, aber man kann ja nicht meckern []
  9. oder wie auch immer das in Kanada heißt []
  10. Eine Mischung aus Zelt und Wohnwagen []
  11. Dann aber schwarzen, den bring ich dann mit []

1 Comment on I’ve been to the desert on a bike with no name

  1. […] Freitag ging’s in die Wüste […]