Der Halb/Halb-Tag

Posted by – 10. Juni 2011

Halb Konferenz, halb Urlaubsvorbereitung.

7:30, es klingelt. Die Kollegen Mare und Gonzales fliegen heute schon zurück, und müssen aus der Wohnung raus. Um ihr Zeug nicht auf der Konferenz mit sich herum schleifen zu müssen, bringen Sie ihre Koffer vorbei. Dann geht’s zur Konferenz, ich mache noch einen Abstecher beim Rogers-shop und hole mir eine kanadische Prepaid1karte, auf die ich einen Datentarif buchen kann. Viel Spannendes gibt es auf der Konferenz jetzt irgendwie nicht mehr. Andi und Daniel wollen nach dem Mittagessen den Mietwagen abholen. Der sei nur wenige hundert Meter von der Konferenz entfernt, also bieten wir an, die Taschen von Speedy2 und Marco3 mitzunehmen, so dass sie unbeschwert noch ein wenig durch Chinatown schlendern können, bevor sie um halb vier bei uns in der Wohnung aufschlagen um sich umzuziehen und dann mit ihren Koffern zum Flughafen zu traben. Guter Plan eigentlich. Bis wir dann die Mietwagenstation ums verrecken nicht finden. In der Touristinfo erfahren wir, dass es diese Station überhaupt nicht mehr gibt, da der Heliport jetzt ein Sicherheitsbereich ist, in den man nicht mehr ohne weiteres reinkommt. Aber die netten Damen4 telefonieren für uns herum und erfahren, dass in der Nähe der Wohnung eine Station ist, die einen Mietwagen hat. Also mit der Bahn zurück, ich in die Wohnung, denn bald wollen die zwei Heimflieger aufschlagen, Andi und Daniel gehen den Wagen holen. Während Marco grade beim Umziehen ist, kommen die zwei inkl. Wagen wieder.

Nach der Verabschiedung fahren wir dann zu MEC, Mountain Equipment Cooperation. Ich brauche noch ein Zelt5, das ich mir dort leihen will, Andi hat weder Schlafsack noch Isomatte, dem kann Abhilfe geleistet werden. Während Andi sich also in Sachen Schlafsack beraten lässt, schlendere ich zur Miettheke. Ein Zelt hätte ich gern. Wofür? Zum Mit dem Motorrad 10 Tage Rumfahren und bei schönem Wetter6 zelten. Das einzige was da ist, ist ein Ganzjahreszelt, riesig und klopsschwer. Und soll 140$ kosten. Hurgha! Aber der nette Mensch hinter der Theke meint, für den Preis könnte ich ja glatt schon ein Zelt kaufen. Und er hat recht, ich finde genau eins, das 139$ kosten soll, und dass es recht klein ist und nicht wintertauglich, stört mich nun eher wenig. Dafür ist auch das packmaß erfreulich klein, und es wiegt geschätzt nur 2 kg. Ich ergattere das letzte im Ausverkauf und komme gerade rechtzeitig, um Andi zuzusehen, wie er sich auf diversen Isomatten rumrollt um sich letztendlich für eine zu entscheiden, bei der die beine abwärts der Knie auf dem Boden liegen. Er meint er sei daran gewöhnt. Nungut, ich sabbere noch ein wenig um die DownMats herum, aber da ich ja die Thermarest dabeihabe7 kann ich die 160$ nicht wirklich vor mir rechtfertigen. Also trotte ich schweren herzens Richtung Kasse und sammle unterwegs noch eine ätzgrüne Tasse und einen Spork ein.  Und dann stehe ich plötzlich vor… STIRNLAMPEN! So eine wollte ich schon immer!8 Nach etwas an- und ausprobieren entscheide ich mich für ein kleines leichtes Ding mit AAA-Batterien, verstellbarem Neigungswinkel und drei Stufen: rot, weiß hell und weiß scheiße hell. Für 18$.9 Inzwischen hat Andi eine Mitgliedschaft bei MEC unterschrieben10 und ich kaufe auf seine Karte ein, dann geht es wieder in die Wohnung.

Abends ist das fünfte Stanley-Cup-Spiel, die Canucks gewinnen 1:0, damit steht es 3:2 nach Spielen, sie müssten also nur noch eins gewinnen um den Cup zu holen. Es ist die Hölle los, die Straßen wimmeln, und wir… haben Hunger. Also gehen wir raus in die friedlich feiernde Masse, schlagen uns zu einem Dominos Pizza durch und holen uns für 20$ genug Pizza um uns alle drei satt zu kriegen. Lecker.

Jen/Dharmasister von ADVrider hat mir angeboten, mich am nächsten Morgen vor der Wohnung abzuholen und zu CycleBC, wo ich die GS mieten will, zu fahren, danach kann ich in ihrer Garage alles auf Motorrad packen und die Koffer bei ihr lassen. Coole Sache, so ein Internetforum. 😀 Um das Ganze möglichst komplikationslos zu halten, packe ich schonmal, und zwar alles was aufs Motorrad soll in den einen Koffer und alles was ich nicht brauche in den anderen Koffer. Passt wunderbar, und kribbelig vor Vorfreude packe ich nach den Koffern mich, und zwar ins Bett. Morgen geht’s los, und das ist die geplante Route:

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  1. das heißt hier pay as you go []
  2. Gonzales, recht leicht []
  3. Mare, hui, ist die Tasche klopsschwer []
  4. größtenteils freiwillige, im Ruhestand []
  5. das hat beim besten Willen nicht mehr in den Koffer gepasst []
  6. und/oder wenn ich mich bei niemandem einzecken kann []
  7. Luxusversion, extrabreit und -dick []
  8. Nagut, die letzten drei Jahre []
  9. plus Steuer, in Kanada werden alle Preise ohne Steuer angegeben, da habe ich mich die ganze Zeit über nicht dran gewöhnen können… []
  10. 5$ fürs ganze Leben, das ist einigermaßen günstig []

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