Nachts hatte ich eine tolle Idee. Das Had das ich beim Motorradfahren immer an habe, lässt sich 4fach legen, dann kann man es sich über die Augen ziehen und schwubbdiwubb stört einen das grelle Licht in der Cafeteria nicht mehr. Dann noch schnell die Ohrstöpsel rein1 und auch der Lärm sinkt auf ein erträgliches Maß2 so dass ich wunderbar schlafen kann.
Bis mich morgens jemand an der Schulter anfasst und damit aufweckt. Glücklicherweise bin ich zu müde zur sofortigen Exekution für dieses Vergehen, also bleibt Phil am Leben. Es ist halb sechs. Wäääh. Langsam aufwachen, Tee fassen, Zeug zusammenräumen,3 und warten, bis die Fähre anlegt.
Das tut sie dann auch gegen Viertel nach sieben, und wir drängeln uns durch die wartenden Dosisten aufs Ladedeck, bepacken die Moppeds und fahren raus. Dort wird erstmal, siehe Titelbild, Jörgs Endurohelm mit Tape etwas abgedichtet, und wir fahren los. Wie all die anderen. Mit den Koffern beladen ist durchschlängeln nicht so ganz einfach, also gehen wir auf einer der beiden um diese Uhrzeit so gut wie leeren Gegenspuren. An den Kreiseln kein Problem, wir werden nicht geschnitten oder blockiert, und so sind wir recht schnell auf der Schnellstraße Richtung Florenz. Und im ersten Stau.
Der ist jedoch recht kurz, entstanden hinter einem fürchterlich aussehenden Unfall mit zwei Autos, eins davon auf dem Dach liegend. Allerdings steht ein Haufen Leute redend, gestikulierend und/oder telefonierend um die leeren Autos herum, der Schaden scheint sich auf Blech zu beschränken. Unglaublich. Also weiter, bei Florenz geht’s dann auf die Autostrada. Achja, erwähnte ich, dass die Temperaturen bei geschätzt 5°C lagen und ich viel zu wenige Schichten anhatte? Bibbernd und frierend schnappe ich mir bei der ersten längeren Pause
- das Thermofutter für die Hose
- das Angoraunterhemd das ich schon auf der Herfahrt anhatte und
- einen Fleecepulli
und verschwinde auf dem Klo. Ich zwiebele mich auf so gut ich kann4 und hole mir eine heiße Schokolade. Ein wenig wärmer geht es weiter.
Der Tag ist recht ereignislos. Alle 100 bis 150 km wird eine Pause eingelegt, die Handschuhe werden gewärmt, und wir fahren weiter Dosenbahn.
Ab ca. dem Nordende des Gardasees verschwindet die allgegenwärtige Bewölkung und wir fahren hin und wieder in der Sonne, das ist schon deutlich wärmer5. Naja, wärmer.. irgendwann kommen wir ja auch an den Brenner, brrrr. Ohne Sonne wär das übel gewesen, so sind zwar die Finger ein wenig kühl, aber im großen und Ganzen ist es erträglich. Kurz vor dem Dunkelwerden trennen sich unsere Wege, Wolfi und Jörg fahren direkt zu Wolfi, Phil und ich biegen in Sauerlach von der Autobahn ab. Ich gehe schnell Abendessen einkaufen6, während Phil…
Zuhause sind wir dann kurz nach sieben. Schade irgendwie.
- Sind immer dabei, falls $Süßer wieder schnarcht [↩]
- will sagen, ich hör nix mehr [↩]
- dabei das Thermofutter leider nicht in die Hose knüpfen, die Wettervorhersage war ja gut [↩]
- Beine: lange Unterhose, Thermofutter, Hose; Oberkörper: Angoraunterhemd, langes Motorradunterhemd, neues Souvenir T-Shirt, Fleecepulli, Fleecejacke, Jacke. Noch mehr ziehe ich nur darum nicht an, weil nicht mehr unter die Jacke kriege [↩]
- auch wenn Wolfi meint das wär rein psychologisch [↩]
- Spaghetti Bolognese [↩]










