Touchdown

Posted by – 24. Oktober 2009

Touchdown

Der Tag beginnt1 mit Tee, Kaffee, und Jörgs kläglich gescheiterten Versuch, auf dem Campingplatz ein vernünftiges Frühstück zu ergattern.

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Recht schnell schwingen wir uns trotz leichten Regens2 wieder auf die Motorräder, Sardinien anschauen. Den ersten Halt legen wir an einer Art Hafen ein, von dem uns die Karte den Eindruck vermittelte, man könne ab da ein Stück den Strand entlang fahren bevor man wieder auf eine Straße trifft. War leider eine Fehlinterpretation, statt Strandfahren bleibt uns nur das Bewundern der einheimischen Raupen:

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Und weiter geht’s, auf engen, größtenteils leeren Straßen irgendwo hin. Nach einer kurzen Feldwegetappe und etlichen Fotostopps3 kommen wir4 mal wieder an einen Strand.

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Baden will keiner, im Sand rumfahren traut sich auch niemand, und was von oben aussah wie eine mögliche Offroadeinlage, entpuppt sich als sausteil, voll mit riesigen Steinen und hinter einer 1m tiefen Wasserdurchfahrt gelegen, also geht es bald wieder weiter. Es regnet jetzt öfter, und immer wieder sind die Straßen nass. Trotzdem immernoch viel besser als das Wetter, bei dem wir München verlassen haben, sogar die Wolken sehen hier schöner aus als daheim, und hin und wieder scheint die Sonne durch.

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Plötzlich hält Jörg an, hier geht ein Schotterweg seitlich von der Straße ab. Ich pendele zwischen „Auja“ und „hmm, das ist nass, ob das nicht zu rutschig ist?“ Entscheide mich aber, mit runter zu fahren, sieht ja harmlos aus.

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Erstmal geht es 200 m bis zu einem Abzweig, an dem uns ein freundlicher5 Forstbeamter bedeutet, nicht diesen sondern jenen Weg weiterzufahren6. Iiieks, der wird steiler, da unten ist ne Kehre und hubbelig ist es auch. Naja, schaun wir mal.7 In der ersten Kehre bin ich wie das berühmte Kaninchen auf die Schlange so sehr auf die Böschung konzentriert, dass ich mit 10 cm Abstand des Vorderrads dazu gerade noch so um die Kehre komme. Auf halber Strecke zur zweiten Kehre halte ich an. Ich fühle mich nicht wohl, habe Schiß, will da eigentlich gar nicht runter. Die anderen drei sind aber schon lang um die nächste Kurve verschwundern, ich habe also keine Wahl, weiter.8 Ich versuche mich zu entspannen und rolle im ersten Gang mit Standgas auf die zweite Kehre zu. Waaaaah! Panik! Ich bin viiiel zu schnell! Also ein wenig bremsen. Ich werde langsamer. Und feige, ich will da nicht rum, ich will zurück. Ich versuche anzuhalten und mache weiß der Geier was falsch9 und pardauz, ich liege auf der rechten Seite. Hektisches Vorbeugen zum Killschalter, und dann unter der KLE vorgekrabbelt. Scheiße!

Wolfi und Phil waren wohl schon auf dem Weg um zu schauen warum ich so lange brauche und helfen mir, die KLE aufzuheben und zu wenden. Es hat keinen Sinn, ich fahre besser wieder zurück. Naja, ich versuche es zumindest. Sitze auf der KLE, linker Fuß auf dem Boden, rechter auf der Raste, ein wenig Gas, Kupplung, das Hinterrad dreht durch, rutscht nach rechts weg und die KLE erreicht den angle of no return10. Alles was ich jetzt noch tun kann ist, den Killschalter zu drücken und zu hoffen dass ich sie halten kann bis Phil von seiner GS wieder abgestiegen ist und mir beim Aufrichten hilft. Tja, das klappt um 5 Sekunden nicht und ich lege sie sanft ab. Zweiter ungeplanter Bodenkontakt. Beim nächsten Versuch anzufahren bleibt Phil gleich da, aber es ist wieder das gleiche Spielchen. Hinterrad dreht durch, rutscht weg und ich liege auf der Schnauze. Von oben ruft der freundliche Forstbeamte „a piede!“ Jaja… Phil fährt mir die KLE hoch, holt dann seine GS, und ich laufe das Stück. Ich frage mich, wieso er da hochkam, ich aber nicht. Die Fotos liefern allerdings einen Hinweis 😉

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Wir warten noch an dem Abzweig auf Jörg und Wolfi11, während uns die zwei Hunde des Forstbeamten neugierig betrachten.12 Alle da? Jau, also los. Ich „darf“ als erste. Wie befürchtet, wollen die zwei Hunde „spielen“, einer der beiden erwischt mich an der Hose. Schutzkleidung ist was tolles, ich spüre nur ein leichter Zupfen. Wir bleiben heute den Rest des Tages auf der Straße und fahren zurück Richtung Campingplatz. Vorher gibt’s aber zum Abschluß des Tages noch Pizza in La Caletta, dem etwas größeren Ort neben Santa Lucia.

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Nicht nur ist uns das Mamma Mia auf Dauer zu teuer, wir erfahren auch noch, da wir Maria und Giorgio treffen, dass gestern der letzte Tag im Jahr war, an dem sie offen hatten. Glück gehabt, dass wir gestern schon da waren. Nur das Bed and Breakfast machen sie noch, solange die letzte Gruppe da ist. Nach den durchaus leckeren Pizzen fahren wir wieder auf den Campingplatz und lassen den Tag bei Kaffee und Tee ausklingen.

Beim letzten Stopp vor der Pizza hatte ich kurz das Navi ausgeschaltet, jetzt geht es nicht mehr an. Leider finden wir keinen 2mm-Inbus, um den Akku mal rauszunehmen in der Hoffnung, dass es nur mal resettet werden muss. Mein Orientierungssinn ist damit tot.

  1. nach luxuriösen 11 Stunden Schlaf []
  2. der ganze fünf Minuten anhält []
  3. Die ersten zwei Mal erschrak ich noch, wenn Phil nicht mehr hinter mir war, danach war mir klar, er hat mal wieder angehalten um irgenwas zu fotografieren. []
  4. über eine Straße, die laut Navi unbefestigt sein sollte, aber zwischenzeitlich wohl doch betoniert wurde []
  5. echt jetzt []
  6. Nebenbei ruft er auch seine Hunde zurück, die uns hinterherlaufen wollen []
  7. Böööser Fehler Nr.1 []
  8. Bööser Fehler Nr.2 []
  9. Zuviel Vorderradbremse, zu viel Bremse hinten, mit dem Hinterrad blöd auf seitlichem Gefälle, alles möglich, jedenfalls: Bööööser Fehler Nr.3 []
  10. Sprich, sie ist so weit gekippt, dass ich keine Chance hab sie wieder aufrecht zu kriegen []
  11. und begutachten die nicht vorhandenen Schäden an der KLE []
  12. Der Förster ist allerdings nicht da []

3 Comments on Touchdown

  1. Wohlwissend, daß die Geschichte schon ausgegangen ist: Da 2er Imbus recht selten ist, verweise ich auf Holschis Tip, die Schraube durch eine schnöde Schlitzschraube aus einer Lüsterklemme zu erstzen.

  2. die maschinenbäuerin sagt:

    Naja, da Akku rausnehmen nichts brachte, ist die Kiste jetzt eh erstmal bei Garmin. Hoffentlich ist es entweder reparabel oder ich krieg nen 550er dafür 😉
    Auf jeden Fall werde ich nach einem 2mm-Inbus für die Tooltube suchen.

  3. […] und die Steilabfahrt, die man ja auch wieder rauf muss, stellt Marion auf der KLE vor einige Problemchen. Die KLE weigert sich irgendwie standhaft3 in einer sauberen Linie den Berg herunter zu fahren. Bei […]