G’schichtel von damals

Posted by – 7. August 2009

2000: Meine CB hatte, seit ich sie bekommen hatte, Öl verloren. Bis dann ein O-Ring an der Drehzahlmesserwelle ersetzt wurde. Seitdem war sie dicht, und verlor und verbrauchte über weite Strecken kein Öl mehr, juhu.

Zwei Wochenenden vor Pfingsten1 dann, bei einem Ausflug mit der GUS-ML in die Vogesen2 eröffnete mir Steve, die CB qualme blau. Ubbs? Öl läuft jetzt nimmer raus, sondern wird verbrannt. Na super. Auf dem Heimweg nach Stuttgart legte ich einen Zwischenstopp an einer Raststätte ein, tanken, 15 km vor daheim. Da ich jetzt weiß, dass die CB Öl braucht, will ich mal nach dem Ölstand schauen. Der Stopfen geht aber nicht auf. Die Raststätte hat wie üblich alles von Augenmakeup bis Zahnseide, aber eine Zange? Nein, nicht aufzutreiben. Nochmal versuchen, aber ich krieg den Stopfen von Hand nicht auf. Um Hilfe bitten? Nää, bin ja gleich daheim, da hab ich eine Zange, da schau ich nach. Öl hab ich ja aus den Triefzeiten noch ausreichend. Also weiter3.
3 km später auf der linken Spur hab ich plötzlich keinen richtigen Vortrieb mehr. Ich ziehe die Kupplung und – der Motor geht aus. Uuuubsi! Zum Glück gehts bergab und ich kann mit dem Restschwung durch den Verkehr auf den beiden rechten Spuren auf den Standstreifen rollen.

Ich versuche, die CB wieder anzumachen und pralle vom Kickstarter ab. Bewegt sich keinen mm. Das ist nicht gut. Jetzt, auf dem Seitenstreifen, geht der Ölstopfen plötzlich auf. Zum Vorschein kommt: ein komplett trockener Ölmessstab. Diagnose klar: der Motor hat gefressen wegen Ölmagel. Ich gehe also die 50 m zur nächsten Notrufsäule4 und benachrichtige den ADAC. Mit der Bitte, mir gleich einen Abschlepper zu schicken und nicht erst ein kleines gelbes Aut0.

Ca. 45 Minuten später kommt dann was? Genau, ein kleines gelbes Auto. Ein Herr im Kittel steigt aus und fragt gönnerhat, was denn los sei. Minimal angefressen erkläre ich ihm, dass mein Motor wegen Ölmangel festgegangen ist. „Ja, dann versuchen wir mal, ob wir das Motorrad wieder ankriegen“. Klar. Ich werd nur zu blöd zum Ankicken sein. Ich stehe links von der CB, der ADACler rechts. Er schaut von links nach rechts über den lenker, wieder zurück und nochmal das gleiche. Wo denn da der Starter sei? Ich lehne mich kommentarlos über die CB, klappe die Fußraste hoch und den Kickstarter runter. „Da. Aber der Motor ist fest. Da bewegt sich nix.“ „Haja, das probieren wir mal.“ Ich weiß was kommen wird und schaffe es gerade so, zu verhindern, dass der ADACler mit der CB umkippt. Sein Kommentar: „Da ist wohl der Motor fest.“ ACH? Ein Abschlepper wird gerufen, der die CB zu meinem damaligen Freund bringt, bei dem ich versuchen werde, einen noch aufzutreibenden Tauschmotor einzubauen. Das aber nur unter der Bedingung, dass ich auf einen Mietwagen verzichte, da die CB eigentlich nicht mehr genug wert ist, um den Transport zu rechtfertigen.

Da es nur ein paar km bis zu mir sind, bringt mich der eine Stunde später5 auftauchende Transporterfahrer noch nach Hause, bevor er die CB in die Garage bringt, auf der sie dann auf ihre Wiederauferstehung wartet.

Die Geschichten von dem Motor ohne Kickstarter und Seitendeckel, der Ausgleichswelle, dem Wasserpumpenschaden am Auto, dem Polradabzieher, der undichten Bremsleitung und dem neuen Hauptbremszylinder erzähle ich dann vielleicht ein anderes Mal. Jedenfalls hab ich es doch noch mit der CB zur MF Y2k geschafft.

  1. und damit der MF in Österreich []
  2. wo ich feststellte, das eine CB250RS bergauf eine VMax abhängen kann, bei passendem VMax-Fahrer []
  3. Blöde Idee []
  4. weiter hatte der Schwung nicht gereicht []
  5. Es ist schon dunkel und wird allmählich recht frisch []

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