Category: Motorrad

Inspektion mit Hindernissen

Posted by – 18. August 2012

Mannmann, ein Glück haben wir unsern Urlaub verlegt, ich hätte ein ernsthaftes Problem gehabt.

Schnubbi hatte die tolle Idee, noch vor der Inspektion zu des Teufels Üblen Vettern zu fahren, damit angemaultes gleich behoben werden kann. Er hatte dann auch noch die tolle Idee, das Bremslicht zu testen. Tja, das funktioniert1, nur dummerweise lief nach diesem Test Bremsflüssigleit über die Schwinge. Das fällt sogar dem blindesten Prüfinschinör auf, also doch gleich in die Werkstatt.

Die KLE auf den Hauptständer, Motorschutz ab, Öl ablassen, Ölfilter rausschrauben2 ist schnell gemacht. Schutzbügel abbauen, Verkleidung runter, Tank und Sitzbank auch kein Problem. Hinterrad raus, hinteren Bremszylinder lösen, Bremsleitung wegfummeln….was ist denn… Heidenei, die Suppe kommt ja gar nicht aus dem Bremszylinder. Da ist mir doch original die Stahlflexleitung geplatzt, die ich eingebaut hatte um – genau, zu verhindern, dass mir irgendwann mal die originale Leitung ausleiert oder platzt. Ironie des Schicksals3. Wie praktisch ist da eine Messie-Werkstatt. Ich werf‘ ja nix weg, nichtmal den Original-Bremsschlauch.

Aber erstmal an den Kettensatz. Die Ritzelmutter ist schnell freigelegt4. Tjaaa, die Ritzelmutter… SW27, Anzugsdrehmoment laut WHB 127 Nm, und die wurden beim letzten Wechsel auch angewendet. Anders gesagt, man dreht mit der Ritzelmutter beim Versuch sie zu lösen den Motor durch. Auch mit eingelegtem 1. Gang. Auch, wenn sich jemand mit Händen und Füßen am Hinterrad festkrallt um es vom Drehen abzuhalten. Auch mit druckluftbetriebenem Schlagschrauber. Aber vielleicht nicht mit angeknallter Hinterradbremse? Tja, die ist dummerweise grad funktionsunfähig, aber dann zieh‘ ich die Reparatur einfach vor.

Denkste. Die Aludichtungen der Stahlflexleitungen mussten per Plastikhammer von den Schrauben gedroschen werden und sind recht offensichtlich nicht mehr einsatzfähig. Ersatz? Hab‘ ich nicht. War ja die nächsten 10 Jahre kein Bremsleitungswechsel mehr geplant. Ich hab‘ ja Stahlflex, die halten ewig5.

Neuer Plan: Am Montag Dichtungen besorgen, in der Zwischenzeit mal Schwinge und Kipphebel ausbauen und alles putzen und schmieren. Dazu müssen die Fussrasten raus, und – Oh! Damit würde ich den Hauptständer lösen, auf dem grade die KLE steht. Das fällt also vorerst aus.

Ventile einstellen. Das muss doch gehen, und neue Zündkerzen müssen auch. Dazu muss nur schnell das Kühlwasser abgelassen werden6, ein paar Schläuche und die Gaszüge7 ab, Zündke… Was klebt denn da an der Zündkerze? Das vordere Ende vom Zündkerzenstecker. Auch das noch, mit der Zange raus, aber wo krieg ich jetzt nen Ersatz her? Egal, erstmal weiter und die Zündkerzen vollends rausschrauben8. Dann alle Schrauben auf und… irgendwas hakt. Aah, die Kühlwasserrohre. Rausnackeln. Anschauen, große Augen machen. Wie sehen denn die O-Ringe aus? Gequetscht, gespalten, sooo geht das nicht, die müssen also9 auch neu besorgt werden. Jetzt geht der Deckel mit viel Gefühl irgendwie rauszuwurschteln, passt um Sackhaaresbreite an allem vorbei, wenn man ihn exakt richtig kippt. Nur noch zwei Schräubchen lösen und die Ölleitungen rausfrickeln. Totpunkt einstellen, Spiel kontrollieren. 3 Ventile am oberen Ende der Toleranz, eins am unteren. Da ein zu großes Spiel weniger kaputt machen kann als ein zu kleines10 also beim Ausreißer das Ventilspiel ein paar Hundertstel größer gedreht. Alles wieder zusammenbauen… erst die eine Ölleitung, dann die andere, das eine Schräubchen dann das… wieso geht denn das so schwer? Ach Du Scheiße, Gewinde am Sack. Nah am Nervenzusammenbruch auf Wolfi warten, der gerade die Kuh testfährt11. Ja, er hat Gewindeschneider, also vooorsichtig12 das versaute Gewinde nachgeschnitten. Läuft zwar nicht wirklich glatt, aber die Schraube lässt sich wieder mit geringem Widerstand eindrehen und festziehen. Deckeldichtung säubern, Deckel aufsetzen und festschrauben13, Zündkerzen einsetzen14, Gaszüge einhängen15, Kühlwasserrohre…öhm, stimmt ja, die müssen leider draußen bleiben.

Dann noch schnell Ölabalasschraube zu, neuen Ölfilter dran, Motorschutz angeschraubt, Motorradheber untergeschoben, Hauptständer eingeklappt, Fußrasten abgeschraubt und die Spurstangenbolzen gelöst. Den Rest mach ich vielleicht morgen. Oder nächste Woche mal abends. Oder nächstes Wochenende. Wobei, je früher desto besser, wer weiß was in den Tiefen der Federung noch an Katastrophen auf mich lauert.

 

  1. genau wie Blinker, Fernlicht, Hupe []
  2. saß tatsächlich nur handfest, ich musste also nicht die Schraubenzieher-reindresch-Methode verwenden []
  3. Da geht demnächst ein Päckchen an Spiegler mit der Bitte um Beurteilung ob das ein Material- oder eher ein Verlege-/Einbaufehler war. []
  4. Alter, sieht das unter der Abdeckung auuuus… []
  5. In Skype gibt’s so nen schönen Smiley namens headbang, der seinen Kopf ununterbrochen gegen eine Wand knallt, der würde hier gut passen []
  6. ein Eimer ist schnell leergeräumt []
  7. Irgendwie ging es auch ohne japanische Montagewürmer, aber gut zugänglich ist anders []
  8. Sollte ich jemals den Zündkerzenschlüssel aus dem Bordwerkzeug verlieren, zünd‘ ich die Karre an []
  9. auch am Montag []
  10. und ich keine Lust hatte die drei ähnlichen dem vierten anzugleichen []
  11. aber leider keinen Baumarkt mit Bremsschraubendichtungsringen fand []
  12. So wie Igel vögeln []
  13. Zum Glück vorher nochmal nach dem Anzugsdrehmoment geschaut, sind doch nur 10 Nm, nicht 20 wie ichgeschätzt hätte. []
  14. und feststellen, dass das ohne Deckel deutlich weniger fingerbrechend gegangen wäre []
  15. ging wieder ohne japanische Montagewürmer []

48000er-Inspektion bei der KLE

Posted by – 27. Juli 2012

um 6 Mm vorgezogen.

Was braucht man?

  • Zeit. Die hab ich demnächst wieder. Es existiert schon ein Plan. Und wenn ein Plan da ist, ist alles gut, auch wenn’s unter Garantie völlig anders läuft.
  • Platz. Hab‘ ich, zur Not mach ich ihn1.
  • Werkzeug
  • Uuund Austauschteile/Flüssigkeiten, als da wären
    • Bremsflüssigkeit2
    • Kette3
    • Öl2
    • Ölfilter4
    • Luftfilter4
    • Spritschläuche5
    • Zündkerzen2
    • Gummiteile Bremszylinder und -Sattel6
    • Bremsschläuche7

Zu kontrollieren und machen ist auch mehr als sonst, vor allem:

  • Anlenkung des Schwingenhebels schmieren8
  • Ventilspiel9
  • Vergaser gehören auch mal synchronisiert.

Ich glaube, die Reinigung des alten Luftfilters vor der Montage des neuen spar‘ ich mir…

Zudem stehen auch ein paar Reparaturen an:

  • Der Seitenständerschalter will ausgetauscht werden, wie er mir auf der Rückfahrt von Kopenhagen durch Dienstverweigerung mitteilte.
  • Die linke Fussrastenhalterung will entweder gerichtet oder getauscht werden.
  • Und zu guter Letzt will ich noch rausfinden woher der erhöhte Spritverbrauch kam. Im schlimmsten Fall bedeutet das  einen komplett neuen Auspuff.10

Zum Glück hab‘ ich vor dem Urlaub noch ein ganzes Wochenende und drei Urlaubstage, in denen ich was tun kann.

  1. Braucht jemand ne gut abgehangene 125er? []
  2. Muss ich nachschauen [] [] []
  3. Wäre noch nicht wirklich dringend fällig, aber wenn ich grad mal dabei bin, kann man das vor dem Urlaub ja machen []
  4. habbichnichdamussichbestelln [] []
  5. Naaa, schaumermal []
  6. Hmmm, da geh‘ ich möglicherweise auf den „Maintain to function“-Ansatz und mach das erst wenns Probleme bereitet []
  7. Nääää, da hab ich Stahlflex drin, die halten länger []
  8. Wo genau das sitzt muss ich erstmal im WHB nachschauen, aber Fett hab ich ausreichend da []
  9. Hmmm, wie geht jetzt nochmal „saugend passen“? []
  10. Und im allerschlimmsten Fall reißen mir beim Ausbau auch noch die Stehbolzen ab. Im wirklich schlimmsten Fall ist es ein Motorschaden, dann muss ich mir überlegen wo ich auf die Schnelle einen gebrauchten Ersatz herkrieg‘ []

Ferndiagnostiker vor!

Posted by – 21. Juni 2012

Ich schrieb ja schon von der kurzen Schiebe-Episode1, die durch einen leeren Tank bedingt war. Ja, ziemlich doof, den Benzinhahn an der letzten Tankstelle nicht auf On zurückzustellen. Der Seitenständerschalter hat mich abgelenkt. Aaaber ich hab eine gute Ausrede:

Bis dahin hat die KLE verlässlich knapp unter 5l/100 km geschluckt2, als mir also bei 225 km auffiel, dass ich noch auf Reserve bin, schaltete ich kurz auf On, stellte fest ich muss doch zurück auf Reserve und wähnte mich für mindestens die nächsten 20-30 km noch in Sicherheit, obwohl ich etliche km zuviel3 mit gezogenem Choke unterwegs war. Tja, dummerweise war 8 km später eben Schluss. Und auch weiterhin durfte ich bei 180 km auf Reserve schalten und verbrauchte ziemlich genau 6l/100 km. Außerdem ist die Karre irgendwie laut von vorn, fand ich jedenfalls.

Tja, woran liegt’s? Ein paar Ideen hab‘ ich schon, weitere Vorschläge werden gern genommen.

  1. Nochmal ein freundliches gfys an alle die blöd geglotzt aber nicht angehalten haben []
  2. theoretische Reichweite damit: 300 km []
  3. 30,40? Weiß nicht mehr genau []

Ich gelobe Besserung

Posted by – 21. Juni 2012

Und wieder mehr Inhalte.

Von der letzten Konferenz in Kopenhagen gibt es nicht sehr viel zu berichten und genau 0 Bilder, also hier eine kleine Kurzfassung:

Anreise vom 5. bis 10. Juni über Heidelberg1, Koblenz, Hannover2, Flensburg nach Kopenhagen.

Konferenzbeiträge: interessant bis gruselig34, manchmal auch lustig.

Women’s Dinner: Vorspeise Hummersüppchen, Hauptspeise Roast Brisket und dry aged tenderloin mit Pommes habichvergessen, und zum Nachtisch allerlei mit Erdbeeren5. Allein dafür hat sich die Anmeldegebühr gelohnt6

$Numerikprogrammhersteller-Party: Meeh. diesmal mit 3 statt 2 Getränkegutscheinen und Essen in Form von Fingerfood. Die Kollegen hatten ihren Spaß an der Videoleinwand mit Fussball, ich am Gesicht des Chefs, als er an der Bushaltestelle meine Dampfe entdeckte. „Frau Maschinenbäuerin, was haben Sie denn da? Neue Droge?“

Mein Vortrag: Ich find‘ ja, das wäre noch besser gegangen, aber die Zuschauer waren scheinbar durchaus angetan7

Die Rückfahrt: 1100 km inkl. einer Fährfahrt in 15 Stunden, besondere Vorkommnisse: Einmal unter dem Mopped rumkriechen und den Seitenständerschalter wieder gängig machen, einmal Mopped von der Autobahn runter bis auf einen Parkplatz schieben89. Das Mopped wurde gegen Ende so laut, dass Phil meine Ankunft durch die geöffnete Balkontür im 7. Stock hören konnte und mich freudig begrüßen kam. Praktisch, da ich nachts um zwei so dastand, dass ich den Seitenständer nicht ausklappen konnte, und dank Rollsplitt, der noch vom letzten Winter rumlag, auch nicht wegrangieren konnte; so konnte er die KLE festhalten bis ich runtergeklettert war und sie dann einparken.

Fazit: Fliegen wäre cooler gewesen, aber ich hätte weniger zu erzählen. Andererseits hätte sich am nächsten Tag nicht die Hüfte wie gebrochen und die Schultern wie mit Beton ausgegossen angefühlt.

  1. Eigentlich Rauenberg, aber wer weiß schon wo das ist? *g* []
  2. 4. Stock Altbau mit 2 Koffern, helm und Topcase, also 2mal laufen, ist schon ganz schön hart. []
  3. lispelnder Chinese der versucht mit heftigem Akzent englisch zu sprechen. Das mit dem heftigen Akzent ist ihm gelungen []
  4. Oder auch die vielen Numeriker, die behauptet haben ihre Berechnungen würden die Messergebnisse recht gut treffen. Vielleicht, wenn man einen Kopfstand macht, das linke Auge zusammenkneift UND in dem Moment noch jemand vor dem Beamer steht….Von lustigen Annahmen wie „0% Zuströmturbulenz“ mal ganz abgesehen []
  5. unter anderem Panna cotta mit Erdbeersoße, die war fast so lecker wie die vom Exkollegen []
  6. Die ich ja eh von der Uni zurück bekomme, hehe []
  7. Bis auf $Kollege, dessen Reaktion „Ich hab da noch nen Fehler gefunden“ war. BEHALT‘ IHN! *grummel* []
  8. Dummes Zusammentreffen von plötzlich erhöhtem Verbrauch, 6 statt 5 l/100km, und Vergessen, den Benzinhahn an der Tanke von Reserve zurück auf on zu stellen []
  9. Norddeutsche sind mir seitdem unsympathisch, langsam fahren und blöd glotzen können sie, aber sogar der ADAC-Schandkarren fuhr einfach an mir vorbei, Hilfe gab es dann erst von zwei Mecklenburg-Vorpommerern []

Putzig

Posted by – 26. Februar 2012

Hehe

20120226-073847.jpg

MEINS!

Posted by – 30. Juli 2011

Letzte Rate bezahlt, Brief ist da, die KLE gehört mir.

Juhuuuu

Der Rückweg beginnt

Posted by – 20. Juni 2011

Der Rückweg beginnt

„Frühstück um acht“ hieß es gestern Abend, also quäle ich mich aus dem Bett, sitze aber im Frühstücksraum meines Motels allein. Tja, die Zeit war richtig, aber der Ort falsch, gemeinsames Frühstück wäre ein Haus weiter gewesen, erfahre ich, als ich Jaime vor der Abfahrt nochmal treffe.

Da ich mich trotz des Schwimmbads gestern Abends ein wenig nach Stinktier fühle, gehe ich nochmal unter die Dusche, bevor ich losfahre. Heute will ich nach Port Moody, zu Sonja1. Da ich gestern Abend beim Telefonat mit meiner Mutter das Guthaben auf meiner Telefonkarte verballert habe,  schicke ich Sonja eine Mail, dass ich mich melde, wenn ich bei Hope bin2 und es gibt an der Tankstelle neben Sprit auch gleich noch einen 10$-Gutschein fürs Telefonieren. Den will ich unterwegs draufladen. Aber erstmal geht es auf den HWY 8. Das ist zwar ein Umweg, aber besser als den vierspurig ausgebauten HWY5 zu nehmen.
More

  1. die hier mitliest *wink* []
  2. wir wollen uns dann auf halbem Weg treffen []

Hoppala!

Posted by – 18. Juni 2011

Samstag Morgen, ich wache gegen halb acht auf. Gemütlich aus dem Zelt gekrabbelt und erstmal Richtung Dusche schlurfen. Ein kurzer Wettercheck ergibt: durchgängig bewölkt, feuchtwarm. Im Duschraum höre ich auf einmal ein unheilvolles Geräusch, wie Platzregen, und stürze panisch vor die Tür. Puuh, doch nur der Rasensprenger, ich kann beruhigt unters Wasser steigen. Zurück am Zelt trödele ich noch ein wenig rum, während ich darauf warte dass meine Handtücher auf dem Zelt trocknen. Das wird nach einiger Zeit leider durch einsetzenden Nieselregen erschwert. Das packen wird daraufhin etwas hektischer, und ich kriege das meiste noch trocken in Topcase und den Taschen unter. Als mich gerade in Helm und Handschuhe packen will, höre ich ein lautes Pfeiefen und sehe Gary winken. Schnell den Tee geschnappt, und dann sitze ich bis kurz vor elf wieder bei den beiden im Wohnwagen und werde gefüttert, und noch mit etwas Proviant versorgt bevor ich dann endgültig aufbreche.
More

I’ve been to the desert on a bike with no name

Posted by – 17. Juni 2011

I've been to the desert on a bike with no name

Zur verabredeten Zeit treffe ich mich den Clearwateranern zum Frühstück. Es gibt Kartoffeln, Ei, Bacon und – ganz wichtig: Tee mit Milch. Es wäre noch genug für vier Tage da, aber, wie ich, fahren sie heute wieder. Sie zurück nach Clearwater, ich habe beschlossen nach Osoyoos zu fahren. Da soll nämlich Wüste sein. Und Wüste hört sich nach trocken an. Und das hört sich für mich nach den letzten Tagen doch sehr verlockend an. Nachdem auch noch der letzte Rest der Wassermelone von gestern verputzt ist, packen sie zusammen, ich kriege noch den Rest Milch1 und nach ein paar Abschiedsfotos macht die Truppe in einem putzigen Mitsubishi-Bus auf den Weg. Ich packe auch und fahre los. Mir wurde gesagt, ich solle auf gar keinen Fall die Twisties zwischen Kaslo und New Denver verpassen, also sind die heute auf meinem Plan.

Leider regnet es schon wieder, ich sehe den Spaß auf der kurvigen Strecke schon verschwinden. Dann komme ich nach Kaslo, biege Richtung New Denver ab und noch immer regnet es. Aber noch ist das ja kein Problem, sonderlich twisty finde ich es noch nicht, und man kann auch bei regennasser Straße wunderbar mit 90 durch die Kurven swingen. Lalala. Regen, weite Kurven, wo bleibt denn jetzt der tolle Teil? Oh super. Leihwohnmobile. Wie erwartet schnarchlangsam, und ich komme2 nicht vorbei. So. Ein. Mist. Das gute daran: ich habe Zeit zum Schauen. Und hinter einer Kurve sehe ich auf der gegenüberliegenden Seite eine Haltebucht. In der ein Bär steht, aber wie ein Schwarzbär sieht er nicht aus. ich glaub das ist.. Ein Grizzly! Wie geil! Aber fotografieren geht nicht, auf meiner Seite ist keine Haltebucht, so nah hinter der Kurve kann ich nicht anhalten und ich werde AUF GAR KEINEN FALL zur Haltebucht links fahren. Also beschränke ich mich darauf, mehrere Minuten lang „Ein Bär, ein Grizzly, wie geil!“ in meinen Helm zu quietschen. Der Regen ist vergessen, die ätzend langweiligen Wohnmobile nicht. Die habe ich ja ständig vor der Nase. Trotz mehrerer Möglichkeiten, mich mal vorbeizulassen. Sicher Touristen… Und da ist auch schon New Denver, und es geht weiter nach Süden. Irgendwo am Wegesrand stehen auch noch zwei Hirsche3, die schauen mich aber nur an, ohne Anzeichen sich Richtung Straße zu bewegen. Mittagessen gibt’s dann in Crescent Valley, bevor es dann auf der Strecke, auf der ich Mittwochs nach Nelson fuhr, wieder zurück geht. Ich könnte noch über irgendeinen Pass fahren, aber das reizt mich bei dem Wetter allmählich gar nicht mehr. Ein kleiner Zwischenstopp reizt mich dann deutlich mehr, nach zwischenzeitlich 280 km tut der Hintern weh, und etwas Bewegung kann genauso wenig schaden wie mal aufs Klo zu gehen. Außerdem regnet es seit kurzem nicht mehr, das muss ich ausnutzen. Wie auf allen Rastplätzen gibt es bärensichere Mülleimer, anders als die bisher ist dieser aber von einer Bande Streifenhörnchen bewohnt. Vier bis sieben der kleinen Kerlchen hüpfen auf den warmen Motor der GS, rennen in der Hoffnung auf Futter auf mich zu, wuseln herum und sind einfach unglaublich niedlich, wenn auch aufgrund ihrer Geschwindigkeit recht schwer zu fotografieren4.

Während ich die kleinen betrachte, kommt noch jemand auf den Rastplatz, und wir unterhalten uns ein wenig. Seinen Namen habe ich vergessen, aber er hatte einen VW-Bus und eine DR350 dabei. Irgendwann hat sich der Hintern erholt, der Gesprächsstoff erschöpft, und ich fahre weiter nach Osoyoos. Es wird warm, und ich sehe tatsächlich ZWEI Kehren. Wow ;).  Der Campingplatz auf Haynes Point5 ist wegen Überfüllung geschlossen, aber ich finde einen mit Wasserrutschenpark. Strom am Platz, heiße Duschen6 für 28$. Gekauft, nach 400 km hab ich keine Lust noch groß weiterzusuchen.

Viel los ist nicht auf dem Campingplatz, und die Wasserrutschen sehen auch verdächtig trocken aus. Die werden erst ab 30.6. wieder betrieben. Hmpf. naja, Einmal großzügig mit Off einsprühen, Zelt aufbauen, nach einem kurzen Blick auf unschöne Wolken im Westen7 das Zelt wettersicher machen, bevor ich mich mit dem Stadtplan an den Tisch setze und mir überlege, wo ich denn essen gehe. Als ich kurz später an der GS stehe, kommt ein Spaziergänger von etwas weiter hinten vorbei, und mit dem üblichen harmlosen „Hi there“ entwickelt sich ein Gespräch. nach einer Viertelstunde fragt Gary mich, ob ich Lust hätte, auf einen Tee zu ihm und seiner Frau in den Wohnwagen zu kommen. Tee ist für mich ja wie Süßigkeiten für Kinder, selbstverständlich komme ich mit. Garys Frau heißt Sharon, und ist genauso gesprächig wie ihr Mann. Nach dem Tee8 gibt es Kuchen, Käse, Chips und Törtchen. Lecker, aber irgendwann muss ich mich wehren, es wird mir zuviel. Die beiden sind schon in Rente9 und machen ständig irgendwo mit ihrem Tent Trailer10 irgendwo Urlaub. Nach vielen Urlaubs- und sonstigen Geschichten geht es dann um 11 zurück zum Zelt, und ich bekam das Versprechen, wnn die zwei schon wach sind bevor ich fahre, gibt es morgen früh wieder einen Tee11.

  1. für Tee, so muss ich nur noch irgendwo heißes Wasser dafür schnorren []
  2. obwohl es nicht kurviger wird als vorher []
  3. oder Karibus []
  4. Die vielen Fotos von leeren Stückchen Rastplatz und Steinen erspare ich euch hier []
  5. Einer in den See ragenden Landzunge []
  6. Wlan kostet extra, aber ich habe Empfang und somit Daten auf dem Handy []
  7. mennoooo, ich bin doch in der Wüste! []
  8. grüner Tee mit Zitrusfruchtarome, brrr, aber man kann ja nicht meckern []
  9. oder wie auch immer das in Kanada heißt []
  10. Eine Mischung aus Zelt und Wohnwagen []
  11. Dann aber schwarzen, den bring ich dann mit []

Igitt, ist das nass hier (Teil 2)

Posted by – 16. Juni 2011

Igitt, ist das nass hier (Teil 2)

 

So gegen acht werde ich wach, weil Roland hörbar in der Küche herumwuselt. Ich trinke noch gemütlich zwei Tee und packe nebenher. Dann die Frage, wie kommt die GS wieder aus dem Schuppen raus, und wie auf die Straße? Erst mal will ich sie beladen, denn ich traue dem Wetter nicht. Zurecht, denn gerade als ich mit aufrödeln fertig bin, fallen die ersten Tropfen. Praktisch. Jetzt muss die Karre hier nur noch raus und zwischen Terrasse, Auto und Mäuerchen gewendet werden. Viel Platz ist nicht, also wird die Terrasse mit einbezogen und nach nur 17 gefühlten mal rangieren steht die GS dann in Fahrtrichtung. Nach der Verabschiedung von Roland mache ich mich auf den Weg. Ich will erst nach Salmo, dann nach Osten, auf der Ostseite vom Kootenay Lake wieder nach Süden, dann mit der Fähre nach Balfour übersetzen und plane, die Nacht bei den Ainsworth Hot springs zu verbringen. Ganz in der Nähe gibt es den Toad Rock Motorradcampingplatz, der sah recht interessant aus.
More