Category: Motorrad

Eine neue Navigationsmethode

Posted by – 16. Juli 2017

„Aus dem Bauch raus, mit Notfallplan“

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Einmal Tank leer bitte…

Posted by – 15. Juli 2017

Da ich für Donnerstag die 1Mm-Inspektion gebucht habe, müssen dieses Wochenende noch ein paar Kilometer auf die Duke gefahren werden, was zu einer Premiere führte: Gestern war ich auf der ersten Promotionsfeier, auf der ich bis auf ein Glas Sekt komplett nüchtern blieb. War überraschenderweise trotzdem lustig, und das Argument „Ich muss morgen Motorrad fahren, und wenn ich mich volllaufen lasse, bin ich zu krank dazu“ wurde von allen akzeptiert. Die werden wohl alt. 😉

Wo fährt man also hin? So ganz ohne Navi? Es gäbe da die alte Standardrunde: Sudelfeld, Namlostal, Hahntennjoch. Oder man wartet bis mittags, bis Elric seine Kupplung repariert hat und geht ihm und seinem Navi hinterher auf eine abgekürzte Version, ohne Namlostal und Hahntennjoch. War auch besser so, denn sträflicherweise hatte ich den Fleecepulli daheimgelassen und war nur mit der neuen Coolmax-Unterwäsche und einem T-Shirt unterwegs. Und einer Sommerhose mit Netzstoff an der Vorderseite, da die Mohawk-Hose beim Versuch, sie über die neuen1 Daytona Lady Star zu bekommen, sich des rechten Hosenbeinreisverschlusses entledigt hatte.2 Das wurde dann bei bewölktem Himmel und teilweise 15°C doch recht frisch, wenigstens hatte ich die Mohawk Jacke, statt der Sommerjacke mit 50% Netz, und nachdem ich bei der Pause alle Lüftungsschlitze zu gemacht hatte, fror ich auch nur noch halb so stark.

Ich habe es einigermaßen langsam angehen lassen, die Duke und ich lernen uns ja gerade  erst kennen, und man legt nicht gleich beim ersten oder zweiten Date die Plüschhandschellen auf den Tisch. Also blieb das Vorderrad unten, das Hinterrad längs und die Drehzahl brav, wie es im Handbuch steht,3 unter 6000 rpm. Um den Drehzahlmesser abzulesen muss ich den Kopf deutlich senken, in Normalposition sehe ich genau nichts von der Duke, nicht mal die Spiegel, das ist schon irgendwie seltsam. Intuitives Schalten ist auch noch nicht, ich muss mich erst noch an das neue Drehzahlband gewöhnen. Und an das neue Beschleunigungsvermögen: Auch wenn ich im Kopf genau weiß, dass das Leistungsgewicht jetzt deutlich besser ist, kalkuliere ich Überholvorgänge noch wie mit der KLE, aber ich hoffe doch, dass sich das bald gibt. Alles andere: einfach nur wow. Ich fühle mich sicherer in Kurven, im Langsamfahren, beim Wenden, und gegen Ende der Tour sind sogar Kehren einigermaßen angenehm. Es kommt mir irgendwie auch vor, als wäre ich in den Kurven flotter unterwegs, vor allem das eine mal, als Elric noch durch die Baustellenampel saust und ich ihn in der nächsten Grünphase einzuholen versuche. Ein Vorausfahrer erspart einem zwar die Navigationsarbeit, versaut mir aber irgendwie die Blickführung, daran muss ich noch arbeiten. Oder das Navi montieren.

Beim Wiederauffüllen kurz vor daheim bestätigt Elric meinen Eindruck mit dem flotter unterwegs, danach trennen sich unsere Wege wieder. Knapp 200 km, knapp zehn Liter Sprit. Das ist mal ein hervorragendes Sprit/Spaß-Verhältnis. Morgen geht es Richtung Landshut, einen ehemaligen Kollegen besuchen. Ohne Navi, also sind Umwege und damit einiges an Strecke so gut wie sicher.

Als ich nach dem Abstellen in der Tiefgarage Richtung Haustür laufe meine ich, ein leises Kichern von der Duke zu hören. „Plüsch-Handschellen? Das ist doch für Anfänger, warte was Du mit mir noch alles anstellen kannst.“ Ich glaube, ich mag mein neues Motorrad. 😀

  1. Und total günstig geschossenen, da ich ein zu meinen krummen Füßen passendes Unpaar, links 38, rechts 39, ergattern konnte []
  2. Juhuu, ich kann wieder einkaufen gehen. []
  3. Als Ingenieurin bin ich ein großer Fan von RTFM []

Geduld, meine größte Stärke

Posted by – 9. Juli 2017

Geduld, meine größte Stärke

…ist sie nicht.

Da tuckerte ich also auf der KLE heim, und konnte dort meine Begeisterung nicht verbergen1  und um zwei Uhr war mir klar: ich will brauche eine. Das Dumme daran: Es war Samstag, und der KTM-Händler hatte schon seit einer Stunde zu. Vor Montag war da also nichts zu machen. So sehr habe ich mich meines Wissens noch nie auf einen Montag gefreut, hatte ich doch beschlossen, in der Mittagspause eine Duke kaufen zu gehen.

Und dann saß ich da, kurz nach neun, und stellte fest, dass ich die letzten 10 Minuten nur verträumt auf das Bild einer Duke geschaut hatte. Was tut man da? Man zieht die Mittagspause vor, so dass man pünktlich zur Ladenöffnung um zehn dort ist.2 Der Herr mit dem gelöcherten Reifen war auch gerade da, also musste ich etwas warten bis er seinen Reifen bestellt hatte, um auf die Frage „Was kann ich für Dich tun?“ mit „Verkauf mir eine Duke! In weiß!3“ zu antworten. Dann kam der Schock, es standen zwar mehrere im Laden, aber die Vorbereitung auf die Auslieferung bzw. Abholung muss ja auch noch gemacht worden, und der nächste Termin dafür… wäre der 13.7. Vielleicht ginge es auch vorher reinzuschieben, es sei heute auch eine zusätzliche Mechanikerin da, aber versprechen könne die Verkäuferin mir nur den 13., die Werkstatt sei voll ausgebucht. Verdammt. 10 Tage noch. Aber gut, gib her den Zettel zum Unterschreiben, und lasst sie mir auch gleich zu, die EVB-Nummer hab ich auch schon organisiert, und ich hole sie dann sobald es geht.

Montag Nachmittag kam dann der Anruf, die Duke sei fertig, kann morgen zugelassen werden, ob ich denn schon geschaut hätte ob ich ein Wunschkennzeichen will? Hatte ich, wollte ich nicht. Also gut, dann morgen zulassen. Abholen aber erst am Freitag. Och menno. Na gut, wenn man sich eine Verkäuferin aussucht, die nur Freitag bis Montag da ist, hat man halt Pech. Aber gleichzeitig bot sich damit eine wunderbare Gelegenheit, denn für die KLE gab es schon einige Zeit einen Interessenten, der sich anbot, mich bei KTM zu treffen und die KLEine direkt von dort mitzunehmen, was die Logistik des Transports meiner Motorradklamotten deutlich vereinfachte: Morgens mit KLE ins Büro4, dann zu KTM und von dort mit der Duke nach Hause.

Freitag wunderten sich dann diverse Kollegen5 über meine herausragend gute Laune, was mir die Gelegenheit gab, nochmal einer handvoll Leute in den Ohren zu liegen, dass ich ein neues Motorrad kriege und mich ja sooooo drauf freue.

Seit Freitag bin ich also im Besitz einer Duke 690. Und dank des Preisunterschieds zu den angedachten Alternativen hoffentlich auch sehr bald wieder im Besitz einer vernünftigen Gepäcklösung. Alukoffer und Co gingen nämlich zusammen mit der KLE weg. Der im Voraus bestellte Riemen-Tankrucksack erwies sich als nicht das, was ich will6, und was Unterbringung größerer Mengen an Gepäck angeht, bin ich noch etwas völlig ratlos. Alukoffer sehen wahrscheinlich nicht aus an der Duke, Packtaschen die nur paarweise verwendbar sind, will ich definitiv nicht, die Touratech-Hecktasche passt auch nicht auf den Soziussitz. Aktuell kann ich Dinge nur in den Jackentaschen oder einem Rucksack transportieren.

So gesehen vermisse ich die KLE doch ein klein wenig.

 

  1. AKA ich nervte meine Umgebung mit ständigem Gerede darüber wie klasse die Duke doch ist []
  2. Google Maps hatte behauptet, ich brauche 14 Minuten zu Fuß, es waren nur 11 []
  3. Im Winter wird sie dann schwarz mit Schäfchen foliert, aber das muss man ja keinem dort erzählen. []
  4. 20 statt 45 Minuten mit den öffentlichen []
  5. also, die wenigen, denen ich nicht schon seit Montag vorgejubelt hatte, dass ich bald eine Duke habe []
  6. Die Sitzbank wäre nur unter Verwendung roherer Gewalt als sie mir zur Verfügung steht wieder montierbar gewesen, und er stand über []

Die unerwartete Probefahrt

Posted by – 9. Juli 2017

Nach dem R9T-Desaster, das zur Vorbereitung gelesen gehört, steh‘ ich also bedröppelt da. Und nu? 11:05, „Probefahrt“ rum, und immer noch kein neues Motorrad. Elric ist extra zur Niederlassung gekommen. Wir könnten ja alternativ die ausgearbeitete Runde einfach so fahren.

Ja, oder wir fahren zu KTM einen Kilometer weiter, schlägt Elric vor. KTM? Hochbeinige Dinger und Zuwenigzylinder, was will ich denn damit?

Die neue Duke690, ab Werk nicht so hoch wie die Enduros, die hätte ja 75 PS, und es gäbe gerade ein Angebot für 7k€ für das diesjährige Modell. Und es gäbe eine 5 cm1. Also auf die KLE und los, sie auf dem Kilometer zu KTM sicher 5mal gestreichelt, einfach weil sie nicht die R9T ist. Bei KTM kommt dann auch gleich ein freundlicher Verkäufer auf uns zu, und meint, klar kann ich mich mal auf die Duke setzen, schiebt sie mir so hin, dass ich aufsteigen kann und ich schwing das Bein drüber. Vom Seitenständer mit einem leichten Schubs, und…. nur ein Fuß auf dem Boden. Aber irgendwie… ist das gar nicht schlimm. Die Duke ist federleicht, schmal, und trotz deutlich eingeschränktem Bodenkontakt fühle ich mich kein bisschen unsicher darauf, zumindest solange sich nichts bewegt. Elric will mir zeigen, wie es mit noch 5 cm weniger ist, aber da ist der Seitenständer im Weg. Na, dann2 klappe3 ich ihn4 mal… nicht ein. Hallo, Herr Verkäufer, ein wenig Hilfe? Oh, ja, da müsste man dann einen Nippel oder ähnliches dran schweißen. Spricht’s, und klappt den Ständer ein. 5 cm tiefer eingefedert machen es dann nicht schlechter, aber auch nicht deutlich besser, und ich schaue nachdenklich:

Das Ding ist gar nicht so schlecht. Wieso ist es denn bitte nicht ganz fürchterlich? Es ist doch eine KTM, die können doch gar nichts für mich sein! Und dann meint der hinterhältige Verkäufer auch noch, der Vorführer sei frei, und ich soll doch ein Stündchen fahren. Frechheit, nachher stellt sich noch raus, dass meine Vorbehalte völlig unberechtigt sind. Aber na gut. Versuchen kann ich es, schlimmer als Probefahrt von gerade eben kann es ja eigentlich nicht werden.

Und holla die Waldfee, wird das alles andere als schlimm! „nur“ 75 PS, aber auf deutlich weniger Gewicht als KLE, MT09 oder R9T. Der Einzylinder ist auch gar nicht wirklich schlimm, solange man nicht unter 3krpm das Gas voll aufreißen will. Dafür sind die Sitzposition und das Handling genau mein Ding, ähnlich wie bei der KLE, nur eben in richtig gut. Ich kann mir mehrmals ein irres Kichern nicht verkneifen, und bin froh um meine Ohren, die das Grinsen soweit einschränken, dass mein Kopf nicht in zwei Hälften zerfällt. Auf der Hälfte der Strecke hat der Spaß buw. Elrics Vorderreifen dann erstmal ein Loch, nach kurzem Telefonat mit dem ACDC schickt er mich dann wieder Richtung Händler, weil unter einer Stunde wird das nix, und ich muss die Duke ja wieder zurückbringen.5  Testweise rangiere ich ein bisschen6 und steige problemlos mit schon eingeklapptem Seitenständer auf. Niiicht schleeecht. Ohne Navi und Orientierung, aber mit Google Maps per Bluetooth an den Helm gekoppelt finde ich dann auch irgendwie den Weg zurück, inklusive zweier Überholmanöver7 und einem Stückchen Autobahn, was mir eins klar macht: Entweder braucht das Motorrad eine Windschutzscheibe oder das Auto von $Mann eine Anhängerkupplung für längere Strecken, falls ich sie mir kaufe. Das tue ich aber nicht gleich. Nein, ich muss erst noch ein wenig unschlüssig sein, und unterhalte mich mit dem Verkäufer darüber was oder was nicht denn an Zubehör sinnvoll sein könnte, und dass ich nicht weiß, ob ich etwas in der Art MT09 oder etwas in der Art Duke haben möchte und deshalb ausgiebig darüber schlafen muss.

Kurz vor Ladenschluss mache ich mich dann auf den Heimweg. Das bedeutet, erstmal die 200 kg KLE so hinmanövrieren, dass ich auf die Straße komme. Da denke ich mir das erste Mal „Das war mit der Duke aber deutlich einfacher“. Und dann fahre ich los und werde das Gefühl nicht los, irgendwie nicht auf dem richtigen Motorrad zu sitzen. Die Knie sind weit oben, das Fahrwerk KLE-typisch, das Handling nicht so flink wie bei der Duke. Ob ich wohl umdrehen soll? Nein, ich schlafe da erstmal drüber, jetzt fahre ich heim. Was für eine selten dämliche Entscheidung.

  1. !!!11einself, was er mit den Händen zeigt, sind eher 10 cm, machen das Männer nicht normalerweise andersrum? Aber ich schweife ab…) Tieferlegung und man könnte noch zusätzlich den Sitz schmaler und tiefer polstern, damit käme ich sicher auf den Boden.

    Naja, der ursprüngliche Plan ist so oder so geplatzt. Der Umweg, wohin auch immer, ist minimal, also gut, fahren wir hin, ich setze mich drauf, Du drückst sie noch um 5 cm in die Federn und wir sehen weiter ((Gedacht: Und dann wissen wir, dass KTM tatsächlich einfach nix für mich baut []

  2. fisch []
  3. wurschtel []
  4. verdammt, der ist komplett glatt und mein Bein zu kurz um es genug anzuwinkeln damit ich vernünftig dran komme []
  5. leider, ich hätte sie auch über’s Wochenende behalten []
  6. neben der Duke stehend, bei der Höhe ist einfach nicht daran zu denken, das im Sitzen zu tun. Vorteil: Die umfallträchtigste Situation kann damit gar nicht auftreten []
  7. Huuiiiiiiiii! 😀 []

Die kürzeste Probefahrt

Posted by – 9. Juli 2017

Ja, die Probefahrt auf der MT09. Die war nett, aber vom Hocker gehauen hat mich die Maschine einfach nicht. Dass ich mich danach auf der KLE wieder pudelwohl fühlte, war definitiv ein Argument dagegen, über 9000€ auszugeben. Was blieb mir also, wenn ich nicht weiterhin KLE fahren wollte?

Vor einiger Zeit hatte ich auf einer R9T Probe gesessen und festgestellt, dass BMW doch noch Motorräder mit sinnvoller Motorisierung in ungefähr meiner Größe herstellt. Mit diversen Rabatten wäre sie auch nur 1k€ teurer als die MT09, also wieso nicht eine Probefahrt vereinbaren? Das ging auch recht schnell, und letzte Woche Samstag um 11 Uhr1 traf ich mich mit Elric an der Niederlassung, in der Hoffnung auf 2 Stunden großen Fahrspaß und überschäumende Begeisterung. Die R9T wurde mir recht schnell bereitgestellt, ich stellte erfreut fest, dass normale Blinkerschalter dran sind2 und nachdem Elric sich zum Warten an die Straße und der nette junge Mann zum weiter arbeiten verabschiedet hatte, ging es los.

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  1. traditionelle Zeit []
  2. niemand aus Versehen anhupen, gut []

Früher war alles besser…

Posted by – 17. Juni 2017

…oder zumindest einfacher. Naja. Zumindest die Entscheidung ein neues Motorrad zu kaufen war deutlich einfacher.

Damals fuhr ich mit der GPZ500 zur Probefahrt der KLE. Letztere war nicht wirklich spektakulär, und ich war mir nicht ganz sicher ob ich das Geld ausgeben soll. Bis ich wieder auf die GPZ stieg. Dann war mir nach 10 Sekunden innerlichen Schüttelns klar, die KLE muss her.

Und mit der war ich dann auch 9 Jahre lang relativ glücklich. Gut, hinter stärkeren Motorrädern1 musste ich regelmäßig 2 Gänge runterschalten und Vollgas geben um am Kurvenausgang dran zu bleiben, aber ich konnte damit nach Sardinien, im Gemüse rumtollen, auch mal an einem Tag über die Bahn von Kopenhagen nach München fahren und kleinere Touren in die Alpen gingen auch. Es war halt immer nur die Sache mit der Leistung. Und den Bremsen2, zwar lange nicht so schlimm wie an der alten CB250, die nur auf feuchtem Gras mit Mühe zum Blockieren zu bringen war, aber ankern ist halt was anderes. Und so richtig niedrig ist sie auch nicht, was immer wieder zu leg-out-of-length-Fehlern und Umfallern führte.3

Aber dann saß ich auf einer R9T probe. Mei wie schick. Leider entweder kackteuer oder warten bis mindestens August. So geduldig bin ich nicht, und ich erinnerte mich an ein Probesitzen auf der Yamaha MT09, die auch ganz gut war. Heute war die Probefahrt, und ich muss sagen…

  • Der Motor ist4 eine Offenbarung, es hat mir das ein oder andere Mal die Arme lang gezogen, obwohl ich das Gas nicht ansatzweise ganz aufgemacht habe. Schöner Zug von unten raus, oben passiert wahrscheinlich noch mehr, aber ich mag den niedrigen Drehzahlbereich lieber. Breites Grinsen wurde induziert.
  • Die Bremse ist der Hammer, so geht also Verzögerung. Hätte ich Eier, ich hätte sie mir am Tank angehauen, mehrmals. Praktischerweise ist ABS dabei, auch wenn ich nicht so kräftig reingelangt habe, dass es angesprungen wäre.5 Da wäre es sicherlich ratsam, mal auf einem großen leeren Parkplatz die Dosierung zu üben.
  • Quickshift ist nett  ((Hochschalten ohne Kupplung UND ohne vom Gas gehen)), dürfte vor allem praktisch sein, wenn mir mal wieder der Daumen weh tut. Dafür war Gänge nach unten durchschalten hin und wieder etwas mühsam. Aber hey, dann fahre ich den Kreisverkehr halt im 4. Gang, siehe Punkt 1.
  • Die Sitzposition ist angenehm, wenn auch etwas weniger aufrecht6 als gewöhnt, dafür ist lustigerweise der Kniewinkel besser als auf der KLE mit vertiefter Sitzbank. Und wenn man aufsteht, ändert sich auch die Perspektive etwas. Rumhampeln auf dem Sitz geht auch.
  • Die Federung müsste auf mich eingestellt werden, das Ding ging quasi nicht in die Knie als ich aufgesessen bin, entsprechend war auch der Bodenkontakt nicht besser als bisher. Danach erfuhr ich, dass die Vorspannung zu 2/3 zugedreht war, das erklärte auch den Unterschied zum Probesitzen 1 Woche vorher. Tieferlegung geht zwar theoretisch, aber… nääää, nicht wenn es nicht unbedingt sein muss
  • Dafür ist ausbalancieren bei kurzen Stopps an der Ampel oder beim Warten auf den Gegenverkehr wenn ich links abbiegen will, ein Traum, sie bleibt mühelos aufrecht, ohne dass ich groß korrigieren müsste.7
  • Für schnelle Richtungswechsel muss man mehr tun als den Lenker schief anschauen, und auf schlechten Straßen oder Kopfsteinpflaster fühle ich mich weniger souverän als mit der Gautsche-KLE, die irgendwie alles schluckt was an Unebenheiten so kommt. Die MT09 fängt bei einer Bodenwelle in der Kurve schon mal das Wackeln an.8
  • Bei jedem Feldweg an dem ich vorbeikam, schaute ich erst rein ob er legal zu befahren wäre, und erinnterte mich dann daran, worauf ich saß.

Und dann habe ich mich wieder auf die KLE gesetzt.

Und es hat Spaß gemacht. Kein „Igitt, wie konnte ich mir das die ganze Zeit antun?“ oder „Wäääh, ich will wieder auf das andere Motorrad“. Nein, fühlt sich an wie ein gut eingetragener Handschuh, ich kenne sie in- und aus-wendig, sie ist handlich wie ein Fahrrad, nur halt ein bisschen lahm, und irgendwie kam ich ja bisher auch jedem mehr oder weniger hinterher und auch im Dreck ganz gut zurecht.

Will ich die MT09 und die KLE loswerden?

Will ich keine MT09 und die KLE behalten?

Will ich die KLE loswerden aber eigentlich ein ganz anderes Motorrad *hust*R9T*hust*?

Geht der Trend zum Zweitmotorrad und ich will sowohl die MT09 haben als auch die KLE behalten?

Ach, früher war das einfacher…

  1. also so ziemlich allen []
  2. 1 Scheibe, 2 Kolben []
  3. Der letzte auf der Heimfahrt von meinem Vater beim Drehen in einer Einfahrt. Inklusive rausgerissenem Gewinde in der Kupplungsarmatur, da die verbauten Schrauben zu kurz waren und deshalb nur in den ersten 1,5 Gängen des Gewindes saßen. Glücklicherweise gehörte die Einfahrt einem Motorradfahrer, der gerade in seiner Garage am Schrauben war. So kam ich zu einer halben Stunde Pause mit Getränk, zwei passenden Schrauben, die weiter als 1,5 Gänge ins Gewinde gingen und konnte dann auf eigener Achse statt dem gelben Schandkarren weiter. []
  4. immer bedenken: Referenz ist die KLE, 45 PS, 200 kg []
  5. glaube ich jedenfalls []
  6. gebückt wäre übertrieben []
  7. Ob das was mit dem gefühlt zwei Meter breiten Hinterrad zu tun hat? []
  8. Dafür tut sie es davor und danach nicht, hat halt alles zwei Seiten []

klaklaklaklak

Posted by – 12. Mai 2015

Der Winterschlaf ist vorüber. Nach einigen einschneidenden Erlebnissen1 für mich, und dank besserem Wetter auch für die KLE.

Also holte ich sie aus der Garage in Ottobrunn, in der sie den Winter über noch stand. Nach einigem Orgeln und Klackern des Anlasserrelais war sie davon zu überzeugen, mich doch bitte nicht blöd dastehen zu lassen und ich fuhr sie zur neuen Wohnung. Von der aus wollte ich am nächsten Tag nach Maisach, wo ich den ersten einer langen Reihe von internen Führerscheinen machen sollte. Mit der KLE. Weil Auto hab ich ja keins mehr2.

So stand ich dann vor ein paar Wochen Montag morgens3 in Moppedklamotte mit einer guten halben Stunde Zeitreserve an der KLE, machte die Zündung an, zog den Choke, drückte auf den Starter und hörte… den Titel. klaklaklaklaklaklak. Aber kein brumm. Verdammich. Nochmal. Überraschenderweise keine Änderung, immernoch nur ein mürrisches Klackern, wie auch bei den nächsten drei panischen Versuchen. Die Dame, die gerade ihre Scheibe freigekratzt hatte, wischte meine Bitte um (Start-)Hilfe mit einem „hab keine Zeit“ beiseite. Der ACDC-Mensch am Telefon teilte mir mit größtem Verständnis für meine Lage4 mit, dass das gelbe Auto mindestens eine Stunde zu mir brauchen würde.

Ich suchte schon nach der Nummer eines Taxidienstes hier in der Gegend, da entschied ich mich doch mal zu telefonieren, Daniel hat mir schon aus der einen oder anderen Patsche geholfen, er hat ein Auto und wohnt nur einen km von mir weg.

Mist, geht keiner dran. Also weiter nach Taxinummern suchen. Das Telefon klingelt, man war also wohl doch schon wach. 🙂

„wasn los?“

„Mein Mopped springt nicht an und ich muss doch quasi sofort los, sonst kann ich meinen Führerschein nicht machen, und den in 4 Wochen gebuchten zweiten dann auch nicht und Du wolltest doch eh mal probieren wie Du mit den Öffentlichen zur Arbeit kommst, kann ich mir Dein Auto leihen?“

„…“

„biiiiiitte, ich hol Dich heut Abend auch von der Arbeit wieder ab“

„Ääääh, na gut, komm rüber“

In Moppedklammoten joggen macht übrigens gar keinen Spaß, aber ich kam dann doch noch mit 5 übrigen Minuten Zeitreserve ins Auto. Die schrumpften auf dem mittleren Ring gewaltig, dank der schweren Moppedstiefel5 auf der Autobahn kam ich aber gerade noch rechtzeitig… an einer Schranke an. Mit panikblinden Augen auf die Klingel gedrückt, die frappierende Ähnlichkeit zur Einfahrt eines früheren Arbeitsort war irgendwie ausgeblendet.

„Jaaaa?“

„Ja, hallo, ich bin für den $Buchstabenzahlenkombination Führerschein da“

„…da wollen sie aber sicher zu $Autohersteller und nicht zur Bundeswehr, oder?“

„….äh…jaaa..“6

„Dann setzen sie mal fünf Meter zurück und biegen dann rechts ab“

Danke, tschüs, und getan was er sagte, war ich dann um 8:15 auf die Sekunde pünktlich am Empfang. Wo mir erklärt wurde, klar hab ich noch Zeit mich umzuziehen, und ich soll doch auch ein bichen was essen und trinken, der Instruktor holt uns dann um halb neun ab. Die halbe Panik für’n A…. okay.

Der Rest des Tages war durchaus entspannt. Bissel Theorie, mal wieder der Kammsche Kreis, danach Slalom, Bremsen, Bremsen und Ausweichen, untersteuern provozieren und einfangen, das gleiche mit Übersteuern (huiii, wasn Spaß!)) und noch ein Slalom auf Zeit, dann hatte ich bestanden7 ging’s wieder heim.

Der nächste Führerschein8 wird etwas anspruchsvoller9. Und weil er auf dem Salzburgring ist, fahre ich da auch nicht mit der KLE, sondern mit einem Auto. Davon haben wir in der Arbeit ja zum Glück genug. 🙂

Da ich die Starthilfekabel nicht mit dem Auto entsorgt habe, kann ich sogar demnächst mal testen, ob das Problem der KLE an der ausgelutschten Bakterie10 oder am Anlasserrelais11 liegt. Über Fortschritte werde ich berichten.

  1. etliche eigene Geschichten, aber eher Flasche Bier/Glas Wein- als Blog-tauglich, unter anderem neue Wohnung, von der kommen demnächst auch mal Bilder []
  2. Noch so ’ne Geschichte, die wäre allerdings blogtauglich []
  3. kurz vor sieben []
  4. und die schrumpfende Zeitreserve []
  5. guter Bleifuß-Ersatz []
  6. Ich habe wahrcheinlich ähnlich blöd geklungen und ausgesehen wie ich mich in dem Moment fühlte []
  7. es wäre mir auch peinlich gewesen, wenn nicht []
  8. in einer knappen Woche []
  9. und spaßiger, diesmal lernen wir nicht nur, das Heck wieder einzufangen, sondern auch, es unter Kontrolle draußen zu halten []
  10. immerhin gut sieben Jahre alt []
  11. zehn Jahre alt, aber nur 35€ teuer []

Auslauf und eines Rätsels Lösung

Posted by – 22. April 2014

Irgendwas gab es da noch außer Ausmotten, was man mit so einem Motorrad machen kann. Genau, Fahren, das war’s, Binky brauchte dringend mal wieder Auslauf.  Nachdem Elric wieder ein Mopped hat1 war eine Einweihungstour dringend von Nöten, und wurde für Ostermontag geplant. Da ich etwas eingerostet bin, nahmen wir uns keine Riesenstrecke vor, sondern nur ca. 300 km. Das reicht erstmal, um wieder mit dem Gerät ein wenig warm zu werden ohne dass ich nach der Hälfte der Strecke mit Auapipikalt2 zu nerven anfangen muss. Über Land zum Sudelfeld, dann weiter ein wenig durch Österreich, günstig tanken, und über den Achen- und Tegernsee und diverse Dörfer wieder zurück, insgesamt 310 km hatte Phil geplant. Leider konnte er dann doch nicht mit kommen, also übernahm ich die Tourguide-Rolle. Auf der Mautstrecke zum Sudelfeld und bis oben schickte ich allerdings Elric vor. Was sich als hervorragende Idee herausstellte, nicht nur weil er einen guten Pacemaker hergibt, sondern weil er auch die Rennleitung3  immer rechtzeitig erkannte, so dass wir an denen entspannt im legalen Geschwindigkeitsbereich vorbei rollten.

Nach Stärkung und Plauderei in Bayrischzell ging es dann weiter. Eigentlich recht nett, bis auf die gefühlt 30 km, die wir mit 40 durch Ort an Ort an Ort4 hinter einer Dose festhingen. Am Achensee, kurz vor der Grenze, tankten wir dann voll5 und mir war etwas aufgefallen. Seit Jahren, genauer gesagt seit Kanada, habe ich Probleme mit dem Daumengrundgelenk, das zuerst ständig und dann immer mal wieder schmerzte, wenn ich irgendetwas versuchte zu greifen. Ich schob es damals auf eine Reizung durch den nicht verstellbaren Kupplungshebel der Leih-GS. Die Schmerzen, die immer mal wieder beim Motorradfahren auftraten schob ich auf eine dadurch passierte Grundschädigung oder eine blöde Handhaltung. Kürzlich las ich dann von jemandem, dem mit Handschuhen die Handgelenke weh taten, bis er sich Handschuhe kaufte, deren Finger nicht zu kurz waren. Und was war mir aufgefallen? Neben den mal wieder auftretenden Schmerzen spürte ich Druck vorne am Daumen. Und in Kanada war ich mit exakt diesen Handschuhen unterwegs6, genau wie etlichen anderen Gelegenheiten, zu denen ich in den „Genuss“ dieser Schmerzen kam. Ich hatte morgens noch ein zweites, leichteres, und wie sich herausstellte, an den Daumen etwas längeres Paar Handschuhe eingepackt. Versuch macht kluch, also fuhr ich zum Test meiner Theorie, dass die Handschuhe und der Druck auf das Gelenk für die Schmerzen verantwortlich sind, mit den leichteren Handschuhen die restlichen 100 km nach hause. Und siehe da, es wurde besser7. Und ich Hirni renne da ewig von Arzt zu Arzt, wenn es doch neue Handschuhe genau so getan hätten. Ist schade um die Triumph Adventure, es sind wirklich tolle Handschuhe8, aber da findet sich mit Sicherheit adäquater passender Ersatz9.

Noch zu lösen bleibt das Rätsel wieso mir regelmäßig der Kopf aufs Übelste zu jucken anfängt, diesmal zum Glück erst 10 km vor daheim. Verdächtige: Der XR100010, und die dicke Sturmhaube. Da ich glücklicherweise sowohl einen anderen11 Helm und mehrere Sturmhauben besitze, werde ich in Zukunft Protokoll führen, bei welchen Kombinationen es auftritt, mal schauen ob sich da ein Muster zeigt.

Fazits des Tages:

  • Kehren muss ich wieder üben, da bin ich richtig schlecht geworden
  • Überholen dito, ich trau ich nix mehr
  • Der eckig gefahrene K60 verhält sich in Kurven ziemlich eklig
  • Augen auf beim Handschuhkauf
  • Ich brauche andere Knieprotektoren, die jetzigen drücken fies auf die Kniescheibe, was nach 150 km anfängt aufzufallen
  • BOAAAH macht das Spaß! 😀
  • Brummbrummm
  1. KTM 990 Adventure, der Sagg, ich will auch… so lange Beine []
  2. „Haare“ gibt es bei mir dank geschickter Frisurwahl nicht mehr []
  3. am Sudelfeld ja immer gut vertreten []
  4. und in Ortschaften überhole ich nur äußerst ungern []
  5. und die KLE stellte sich mit 4,3l mal wieder als kleines Sparwunder heraus []
  6. wie man deutlich am Abrieb am Knöchelschutz, stammend von meinem kleinen Hoppala, merkt []
  7. Tat zwar immer noch weh, aber nur auf dem Level wie auch während der Pause, ohne wieder stärker zu werden, je länger ich fuhr []
  8. warm, mit Goretex, wasserdicht []
  9. evtl die gleichen in eine Nummer größer []
  10. Ja, ich weiß, gehört eh mal ausgetauscht []
  11. Wenn auch Cross- []

Ausgemottet und entwarzt

Posted by – 3. April 2014

Auch bekannt als „Batterie geladen und Topcase abgebaut“.
Die KLE springt wieder wunderhübsch an und ich muss nicht mehr mit vorgestrecktem Fuss hüpfen um aufzusteigen. Feinfeinfein, und am WE plane ich, wieder ein bischen zu fahren. Hoffentlich werden es dieses Jahr wieder etwas mehr als die 1000km im letzten.

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Ach ja, das Fahrrad wurde auch durchgeschmiert und bekam Luft in die Reifen. Da müssen dringend neue Schläuche rein, mit vernünftigem (Auto-)Ventil, die derzeitige Konstruktion ist einfach nur gruselig.

Aus zwei mach eins

Posted by – 21. Oktober 2012

Jeden dritten Freitag im Monat gehen wir, so es sich einrichten lässt, auf einen Dampferstammtisch.

Diesen Freitag hatte sich aber Besuch aus Karlsruhe angekündigt. Nicht- bzw. Sehr-selten-Zigarrenraucher und Nichtdampfer. Hatten aber zum Glück im August schon mitgekriegt, dass Dampfen nicht stinkt und waren ob der Ankündigung knödelfreier Hausmannskost durchaus bereit, mitzukommen und sich einen Haufen anders Verrückter anzuschauen. Ein weiterer Motorrad fahrender Freund wollte die beiden auch mal wieder sehen und so beschlossen wir, Motorrad- und Dampferstammtisch zu kombinieren1. Neben SchniPoSa2 ergatterte Annette auch noch den letzten Palatschinken3, und Peter tat seinem Flüssigkeitshaushalt auch was gutes. Die beiden Stammtische liefen also friedlich nebeneinander her, mischten sich sogar ein wenig, und gut gesättigt und um eine Weihnachtsgeschenkidde reicher ging es dann gegen zwölf, als wir rauskomplimentiert wurden, weil die Wirte ins Bett wollten, wieder nach Hause.

Nach einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Tag verließ uns unser Besuch dann leider wieder, aber nicht ohne die eigentlich für den Nachbarn bestimmte Mitbringselwurst in unserem Kühlschrank zu vergessen. Schade für den Nachbarn, schön für uns4. Wenn wir mal wieder nach Karlsruhe kommen, werden wir versuchen, adäquaten Ersatz mitzubringen.

  1. Motorradstammtische kennen sie ja zur Genüge []
  2. Da Phil behauptet, das sei kein Allgemeinwissen: Schnitzel mit Pommes und Salat []
  3. Pfannkuchen mit Schokocreme-Füllung, roch das lecker… ich glaub‘ nächstes Mal bestell‘ ich mir ne kleine Hauptspeise und dann so nen Teller hinterher. []
  4. sehr leckere Wurst []