Brrr. So ramontisch die Rosenbettwäsche auch war, da sie nur aus einem Leintuch bestand war sie wenig wärmend. Also morgens um halb sechs frierend aufgewacht. Was macht man da als verschlafene Frostbeule? Falsch, man klaut nicht Phil sein1 Leintuch, man nimmt die Wolldecke, die auf dem Fensterbrett liegt. Und siehe da, kann man bis Punkt sieben durchschlafen, wenn einen die Kirchenglocken wecken. Abhilfe: Rausgefallenen Ohrstöpsel wieder reintun, weiterschlafen, bis man um halb neun dann doch endgültig aufwacht. Ab ins Bad, dann in die Bar, Tee bestellen, Earl Grey kriegen, reklamieren und schon um halb zehn kann der Aufwachvorgang dann mit einem Hühnchensandwich abgeschlossen werden.
Plan für heute? Wir fahren definitiv bis zum Kamp Soca, das sind nur 180 km, und schauen dann ob wir a) früh die Zelte aufbauen oder b) weiter nach Kranjska Gora fahren, den Vrsicpass quasi als krönenden Tagesabschluss2 nochmal mitnehmen und dann schauen ob wir wieder bei Sanja das Appartment kriegen.
Plan für später? Definitiv nochmal mit mehr Zeit3 nach Slowenien fahren. Es ist unglaublich klasse. Mittag machen wir an einer kleinen Kapelle/Schrein/wasweißich an der Straße 609, die bis dahin ein Traum aus Asphalt und Kurven war. Leckeres Brot, Schinken, Käse, Salami4 bei einer Mörderaussicht genossen, einfach genial. Der vorbeikommenden Motorradfahrschule noch ein wenig Vorsprung gegönnt, und weiter ging’s. Nach ca. 2 km weiterer traumhater Asphaltkurven änderte sich der Untergrund geringfügig[tm], nämlich zu Schotter5. Und das mit vollem Gepäck und einer Federung, die eh schon am Anschlag ist6 – gnaa. Davon, dass ich nicht wirklich sah, ob das da vorne jetzt ein Schatten, eine Spurrinne oder ein Stein war7 mal ganz abgesehen.
In Bovec schickte ich dann Phil und Prissi einkaufen8, dann ging es weiter nach Kransj… Kranksj… zu Sanja. Ein Traum, der Vrsic ist ja richtig schön, wenn man weiter als 100 m sieht! Nach der letzten Kehre bekam ich dann ein Päuschen, während Phil nochmal ein Stück zurückfuhr. Das Bild von Kehre 1 war verwackelt…9
Bei Sanja war das Appartment glücklicherweise noch frei und für uns zu haben, die Moppeds stehen wieder in der Garage, und Milch… ja Milch haben wir auch einen Liter von Sanja bekommen, nachdem sich herausstellte, dass Mleko zwar Milch heißt, “kislo” aber nicht voll. Irgendwas buttermilchartiges hatten die beiden mir da angeschleppt.
- genauso dünnes [↩]
- Für den Fall, dass es morgen doch regnet [↩]
- , mehr Sonne und weniger Gepäck und Regen [↩]
- gar nicht so einfach, sich an der Theke verständlich zu machen, wenn es keine gemeinsame Sprache gibt. Zeigen und 150 in die Luft schreiben sowie eifriges Nicken führten aber zum Erfolg [↩]
- AKA Kiesstraße [↩]
- wie ich ein Stück vorher in zwei welligen Kurven durch Anschleifen des Motorschutzes feststellen durfte [↩]
- Ich lag immer falsch [↩]
- da unterwegs beschlossen wurde, den Vrsic noch zu nehmen, brauchten wir nur Milch für Tee und Kaffee [↩]
- Da wir bei Kehre 50 starteteten und uns quasi runterarbeiteten, war ich ganz froh drüber, dass es die 1 war und nicht die 50. [↩]











































































